
In diesem Artikel
- Warum helfen Redemittel beim Telefonieren auf Deutsch?
- Wie beginnt man ein Telefonat auf Deutsch?
- Wie setzt man Höflichkeitsformen und das Sie richtig ein?
- Wie reagiert man am Telefon auf Einwände?
- Wie beendet man ein Telefonat auf Deutsch?
- Welche typischen Fehler passieren beim Telefonieren auf Deutsch?
- Wie übt man die Redemittel, und wo braucht man sie?
- Häufig gestellte Fragen
Redemittel für das Telefonieren auf Deutsch sind feste Wendungen, mit denen Sie ein Kundengespräch von Anfang bis Ende geordnet, höflich und verständlich führen. Auch mit sehr gutem Deutsch geben die richtigen Formulierungen am Telefon Sicherheit, denn Sie sehen Ihr Gegenüber nicht und müssen schnell reagieren. Sitzen die Redemittel, können Sie sich ganz auf den Kunden konzentrieren statt auf die Sprache.
Dieser Beitrag stellt Redemittel für jede Phase eines Kundengesprächs vor: Einstieg und Vorstellung, Höflichkeit und Siezen, Umgang mit Einwänden, Gesprächsabschluss und typische Fehler. Die Beispiele sind auf Outbound-Gespräche zugeschnitten, bei denen Sie selbst anrufen.
Warum helfen Redemittel beim Telefonieren auf Deutsch?
Redemittel sparen am Telefon Zeit und schaffen Vertrauen: Kunden öffnen sich leichter, wenn sie eine professionelle, vertraute Sprache hören. Für viele Situationen gibt es im geschäftlichen Deutsch feste Wendungen, die einen höflichen und geordneten Eindruck hinterlassen. Mit Redemitteln klingen Sie nicht wie ein Roboter; sie geben den Rahmen vor, den Inhalt bestimmen Sie.
Die Tabelle fasst die häufigsten Redemittel für die wichtigsten Gesprächsmomente zusammen. Im weiteren Verlauf erklären wir jede Phase mit ausführlichen Beispielen.
| Situation | Redemittel | Bedeutung |
|---|---|---|
| Begrüßung | Guten Tag, mein Name ist … | Begrüßung mit eigenem Namen |
| In wessen Auftrag | Ich rufe im Auftrag von … an. | Nennung des Auftraggebers |
| Nach Zeit fragen | Passt es Ihnen gerade? | Frage, ob es gerade passt |
| Warten lassen | Einen Moment bitte. | Kurze Bitte um Geduld |
| Um Wiederholung bitten | Könnten Sie das bitte wiederholen? | Höfliche Bitte um Wiederholung |
| Dank | Vielen Dank für Ihre Zeit. | Dank für die Zeit des Kunden |
| Verabschiedung | Auf Wiederhören! | Telefonischer Abschiedsgruß |
Wie beginnt man ein Telefonat auf Deutsch?
Ein Telefonat auf Deutsch beginnt mit Begrüßung, eigenem Namen und dem Auftraggeber; danach vergewissern Sie sich, dass Sie die richtige Person erreicht haben, und nennen kurz Ihr Anliegen. Im Outbound rechnet Ihr Gegenüber nicht mit dem Anruf, deshalb bestimmen die ersten Sätze den Ton. Ein klarer, ruhiger Einstieg sorgt dafür, dass der Kunde weiter zuhört.
Begrüßung und Vorstellung
Am Telefon begrüßen Sie statt mit „Hallo“ förmlich und passend zur Tageszeit, direkt gefolgt von Name und Firma. Sprechen Sie dabei langsam und deutlich, damit sich Ihr Gegenüber Namen und Unternehmen merken kann.
- „Guten Tag, mein Name ist Ayşe Yılmaz.“ Die Standardbegrüßung tagsüber.
- „Guten Morgen“ bis etwa mittags, „Guten Abend“ am Abend.
- „Ich rufe im Auftrag von … an.“ So nennen Sie den Auftraggeber.
Den richtigen Gesprächspartner bestätigen
Bevor Sie zum Anliegen kommen, sollten Sie sicherstellen, dass Sie die richtige Person am Apparat haben; das spart Zeit und schützt persönliche Daten. Eine kurze Frage mit Anrede und Nachnamen genügt.
- „Spreche ich mit Herrn Schneider?“
- „Bin ich richtig bei Frau Becker?“
- „Wann kann ich Frau Becker am besten erreichen?“ Falls jemand anderes abnimmt.
Das Anliegen nennen
Deutschsprachige Kunden erwarten, das Anliegen gleich zu Beginn klar zu hören. Es in einem Satz zu nennen und dann zu fragen, ob die Person Zeit hat, ist höflich und wirksam. Passt es gerade nicht, sichern Sie das Gespräch mit der Frage nach einem besseren Zeitpunkt.
- „Es geht um Ihren Vertrag bei …“
- „Haben Sie zwei Minuten Zeit für mich?“
- „Wann passt es Ihnen besser?“
Wie setzt man Höflichkeitsformen und das Sie richtig ein?
Im geschäftlichen Telefonat werden Kunden immer gesiezt und mit Nachnamen angesprochen; Bitten formulieren Sie meist mit Konjunktiv-Formen wie „könnten“, „würden“ oder „dürfte“. So wird aus einem Satz, der wie eine Anweisung klingen könnte, eine höfliche Bitte. Wer in Deutschland aufgewachsen ist, macht das intuitiv; für später Lernende ist es einer der schnellsten Hebel.
Siezen und Anrede mit Nachnamen
Kunden sprechen Sie mit „Herr“ oder „Frau“ und Nachnamen an: „Herr Schneider“, „Frau Becker“. Im ganzen Gespräch bleibt es beim Sie, auch wenn der Kunde lockerer wird. Bei unsicherer Aussprache eines Nachnamens ist eine höfliche Rückfrage zu Beginn besser als Raten: „Habe ich Ihren Namen richtig ausgesprochen?“
Redemittel für Bitten, Warten und Nachfragen
Am häufigsten brauchen Sie im Gespräch zwei Situationen: den Kunden kurz warten lassen und um Wiederholung bitten. Mit höflichen Redemitteln bleibt der Kunde geduldig und das Gespräch im Fluss.
Den Kunden kurz warten lassen
Statt den Kunden beim Nachsehen in der Stille zu lassen, sagen Sie, was Sie tun: „Einen Moment bitte, ich schaue das kurz für Sie nach.“ Dauert es länger, bedanken Sie sich danach: „Vielen Dank für Ihre Geduld.“
Nachfragen bei Unklarheiten
Höflich nachzufragen statt zu raten zeigt Professionalität: „Entschuldigung, könnten Sie das bitte wiederholen?“ oder bei schlechter Leitung „Die Verbindung ist leider schlecht, ich habe Sie nicht ganz verstanden.“ Bei Namen oder E-Mail-Adressen bitten Sie um das Buchstabieren: „Könnten Sie mir das bitte buchstabieren?“
Wie reagiert man am Telefon auf Einwände?
Bei Einwänden zeigen Sie zuerst Verständnis und bieten dann eine kurze Erklärung oder Alternative an; sagt die Person klar Nein, akzeptieren Sie das respektvoll. Ein Einwand ist kein Streit; es geht darum, die Situation des Gegenübers zu verstehen, nicht darum zu drängen. In Deutschland ist es Höflichkeit und Regel zugleich, den Wunsch nach keinen weiteren Anrufen zu respektieren.
Die Tabelle zeigt häufige Einwände im Outbound und höfliche Antworten darauf.
| Einwand des Kunden | Mögliche Antwort | Ziel der Antwort |
|---|---|---|
| „Ich habe gerade keine Zeit.“ | „Das verstehe ich. Wann darf ich Sie wieder anrufen?“ | Verständnis zeigen, Rückruf vereinbaren |
| „Kein Interesse.“ | „Danke für Ihre offene Antwort. Darf ich kurz fragen, woran es liegt?“ | Wertschätzend nach dem Grund fragen |
| „Schicken Sie mir das per E-Mail.“ | „Sehr gern. Darf ich Ihre E-Mail-Adresse kurz bestätigen?“ | Zustimmen und Daten bestätigen |
| „Das muss ich mir überlegen.“ | „Natürlich. Gibt es etwas, das ich Ihnen noch erklären kann?“ | Bedenkzeit geben, offene Fragen klären |
| „Rufen Sie mich nicht mehr an.“ | „Selbstverständlich, ich vermerke das sofort. Entschuldigen Sie die Störung.“ | Wunsch respektieren und vermerken |
Wie beendet man ein Telefonat auf Deutsch?
Ein Telefonat auf Deutsch endet mit einer kurzen Zusammenfassung, der Bestätigung des nächsten Schritts und einer höflichen Verabschiedung. Die Zusammenfassung verhindert Missverständnisse, die Bestätigung Verwechslungen bei Terminen oder Rückrufen. Am Telefon verabschiedet man sich mit „Auf Wiederhören“.
- „Ich fasse kurz zusammen: …“
- „Haben Sie noch Fragen?“
- „Vielen Dank für das Gespräch, Frau Becker.“
- „Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Tag. Auf Wiederhören!“
Termine und Rückrufe bestätigen
Wurde ein Termin oder Rückruf vereinbart, wiederholen Sie Datum, Uhrzeit und gegebenenfalls Ort deutlich: „Dann notiere ich Dienstag, den 14. Mai, um 10 Uhr.“ Bei Uhrzeiten wie „halb elf“ kann es mit Nicht-Muttersprachlern zu Missverständnissen kommen; „zehn Uhr dreißig“ ist eindeutiger.
Welche typischen Fehler passieren beim Telefonieren auf Deutsch?
Die häufigsten Fehler am Telefon betreffen eher den Stil als die Grammatik: zu lockere Begrüßung, Duzen, Sätze im Befehlston und unpassende Abschiedsformeln. Sie wirken klein, prägen aber direkt, wie der Kunde Sie wahrnimmt. Die Tabelle zeigt typische Fehler und die richtige Form.
| Typischer Fehler | Besser | Warum? |
|---|---|---|
| „Hallo!“ | „Guten Tag!“ | Für ein Geschäftstelefonat zu locker. |
| „Hast du kurz Zeit?“ | „Haben Sie kurz Zeit?“ | Kunden werden immer gesiezt. |
| „Was?“ | „Wie bitte?“ | „Was?“ wirkt unhöflich. |
| „Ich will Ihnen etwas erklären.“ | „Ich möchte Ihnen gern etwas erklären.“ | „möchte“ ist höflicher. |
| „Tschüss!“ | „Auf Wiederhören!“ | Die förmliche Verabschiedung am Telefon. |
Wie übt man die Redemittel, und wo braucht man sie?
Am wirksamsten üben Sie die Redemittel laut und in einem echten Gesprächsablauf: Einstieg, Anliegen, Einwand und Abschluss lassen sich im Rollenspiel mit einer vertrauten Person oder per Aufnahme proben. Wer jeden Tag ein paar Wendungen auswählt und bewusst einsetzt, macht sie schnell zum Reflex. Sitzen die Redemittel, fordern Tempo und unerwartete Fragen deutlich weniger heraus.
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Ob Ihr Deutsch für die Telefonarbeit reicht, erklärt unser Beitrag Welches Deutschniveau braucht man im Callcenter?; zur Vorbereitung auf das Gespräch hilft unser Beitrag zu Fragen im Vorstellungsgespräch. Wenn Sie bereit sind, senden Sie Ihre Bewerbung; das Team ruft Sie an.
Häufig gestellte Fragen
Wie begrüßt man am Telefon auf Deutsch?
Tagsüber „Guten Tag“, morgens „Guten Morgen“, abends „Guten Abend“, direkt gefolgt von Name und Firma: „Guten Tag, mein Name ist …“.
Wie verabschiedet man sich am Telefon?
Die förmliche Verabschiedung am Telefon lautet „Auf Wiederhören“. Vorher bedanken Sie sich mit „Vielen Dank für das Gespräch“.
Duzt oder siezt man Kunden?
Kunden werden immer gesiezt und mit Nachnamen angesprochen: „Herr Schneider“, „Frau Becker“. Auch wenn der Kunde lockerer wird, bleibt es beim Sie.
Was sage ich, wenn ich etwas nicht verstanden habe?
Am höflichsten ist „Entschuldigung, könnten Sie das bitte wiederholen?“. Bei schlechter Leitung erklären Sie: „Die Verbindung ist leider schlecht.“
Was tun, wenn der Kunde keine Anrufe mehr möchte?
Der Wunsch wird respektiert und vermerkt: „Selbstverständlich, ich vermerke das sofort. Entschuldigen Sie die Störung.“ Die Person wird nicht erneut angerufen.



